Gruppenfoto nach dem Barcamp

Am 26. März 2026 war es soweit: Rund 50 Menschen kamen in der AJOKI in Hanau zusammen, um einen ganzen Tag lang über die Zukunft der sozialen Arbeit zu diskutieren – beim ersten Social Barcamp Rhein-Main-Kinzig. Kein starres Programm, keine PowerPoint-Marathons. Stattdessen: echte Gespräche, überraschende Perspektiven und jede Menge Energie im Raum.

Wenn du nicht dabei sein konntest oder einfach nochmal nachlesen willst, was passiert ist – hier kommt der ausführliche Rückblick.

Hanau’s Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri eröffnet das Social Barcamp

Dass dieses Format in Hanau auf Rückhalt stößt, wurde gleich zum Auftakt deutlich: Schirmherr Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri begrüßte die Teilnehmenden persönlich und betonte in seiner Rede die Bedeutung der sozialen Arbeit für den Standort Hanau. Ein starkes Signal – nicht nur für die Anwesenden, sondern für die gesamte Region.

Die Agenda? Haben die Teilnehmenden selbst gemacht

Wer ein Barcamp noch nicht kennt: Das Besondere ist, dass es kein vorgefertigtes Programm gibt. Am Morgen stellen die Teilnehmenden ihre Themen vor, alle stimmen ab, und dann wird der Tag gemeinsam gestaltet. Klingt chaotisch? Funktioniert erstaunlich gut – weil genau das diskutiert wird, was die Menschen wirklich bewegt.

Und das waren am 26. März ganz klar die großen Zukunftsthemen der sozialen Arbeit.

Die Themen: Von KI bis Burnout

Die Sessions haben gezeigt, welche Fragen die Branche gerade umtreiben. Vier Themenfelder standen besonders im Fokus:

KI und Digitalisierung in der sozialen Arbeit. Künstliche Intelligenz ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr – sie verändert bereits jetzt Arbeitsabläufe, Dokumentation und Beratungsprozesse. In der Session ging es um ganz konkrete Fragen: Wo können KI-Tools im Arbeitsalltag wirklich helfen? Wo liegen die Grenzen? Und wie gehen wir mit den ethischen Fragen um, die damit einhergehen?

Finden und Binden von Mitarbeitenden. Der Fachkräftemangel ist das Dauerthema der Branche – und die Diskussion hat gezeigt, dass es keine einfache Lösung gibt. Aber es gibt viele kluge Ansätze: von flexibleren Arbeitszeitmodellen über gezieltere Ansprache neuer Zielgruppen bis hin zu der Frage, warum Mitarbeitende bleiben – und warum sie gehen.

Burnout-Prävention. Soziale Arbeit ist emotional fordernd. In dieser Session wurde offen darüber gesprochen, wie Organisationen ihre Mitarbeitenden besser schützen können – und wie Einzelne selbst besser auf sich achten können, ohne dass es zur Floskel verkommt. Ein Thema, bei dem spürbar war, wie persönlich es viele Teilnehmende betrifft.

Organisationsentwicklung. Wie müssen sich soziale Träger aufstellen, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie gelingt es, starre Strukturen aufzubrechen, ohne die Stabilität zu verlieren, die Mitarbeitende und Klient*innen brauchen? Die Session hat gezeigt: Der Veränderungsdruck ist enorm – aber auch die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Eine Liste aller Sessions findet ihr <HIER>.

Die Mischung macht’s

Was das Social Barcamp besonders gemacht hat, war die Vielfalt der Menschen im Raum. Hier saßen nicht nur Sozialarbeiter*innen unter sich. Fachkräfte sozialer Träger diskutierten mit Vertreter*innen aus Kommunen, der Wirtschaft, Stiftungen und Verbänden. Fachexpert*innen brachten fundiertes Wissen ein, Studierende frische Perspektiven.

Gerade diese Mischung – über Organisations- und Branchengrenzen hinweg – hat die Gespräche so produktiv gemacht. Wenn eine Sozialarbeiterin aus der Jugendhilfe mit einem Personalverantwortlichen eines Trägers und einer Stiftungsvertreterin über Fachkräftegewinnung spricht, entstehen andere Ideen als im eigenen Kollegenkreis. Und genau das war an diesem Tag überall zu beobachten: neue Verbindungen, neue Denkansätze, neue Kontakte.

Was wir gelernt haben

Ein Tag Social Barcamp – und einige Erkenntnisse, die über den Tag hinaus wirken:

Das Format funktioniert. Ein Barcamp in der sozialen Arbeit war ein Experiment. Die Frage war: Lassen sich Fachkräfte, die klassische Fortbildungen gewohnt sind, auf ein so offenes Format ein? Die Antwort: Ja, und wie. Die Energie im Raum, die Qualität der Diskussionen und das Feedback der Teilnehmenden haben gezeigt, dass genau dieser Freiraum gefehlt hat.

Der Bedarf ist da. 50 Teilnehmende beim allerersten Social Barcamp in der Region – das zeigt: Die Menschen in der sozialen Arbeit wollen sich austauschen, wollen über den eigenen Tellerrand schauen, wollen gemeinsam nach Lösungen suchen. Und zwar nicht nur innerhalb der eigenen Organisation oder des eigenen Trägers.

Branchenübergreifend denken lohnt sich. Die spannendsten Momente entstanden dort, wo unterschiedliche Welten aufeinandertrafen. Soziale Arbeit kann von der Wirtschaft lernen, die Wirtschaft von sozialen Trägern, und beide von den Kommunen. Dieses Silo-Aufbrechen war einer der größten Mehrwerte des Tages.

Community braucht Kontinuität. Ein einzelner Tag ist ein Anfang – aber die Kontakte und Ideen, die entstanden sind, brauchen einen Rahmen, in dem sie weiterleben können. Viele Teilnehmende haben das am Ende des Tages ganz klar gesagt: Das darf keine Einmalveranstaltung bleiben.

Ein breites Bündnis trägt das Format

Das Social Barcamp wäre ohne das Engagement vieler Partner nicht möglich gewesen. Getragen wurde die Veranstaltung von einem Bündnis aus der Diakonie Hessen, der BWMK gGmbH, dem Diakonischen Werk Hanau-Main-Kinzig sowie der DigitalCraft GmbH, die das Projekt ehrenamtlich in Kommunikation und Organisation begleitete. Dass so unterschiedliche Akteure an einem Strang ziehen, ist selbst schon ein Zeichen dafür, wie wichtig das Thema in der Region genommen wird.

Wie es weitergeht

Das erste Social Barcamp Rhein-Main-Kinzig war ein Anfang – und was für einer. Die Resonanz hat uns bestärkt: Dieses Format hat einen Nerv getroffen. Die Zukunft der sozialen Arbeit lässt sich nicht allein in Seminarräumen gestalten. Sie braucht offene Räume, in denen Menschen zusammenkommen, die sonst nicht miteinander sprechen.

Wir arbeiten bereits daran, das Format fortzuführen und die Community, die an diesem Tag entstanden ist, weiter zu stärken. Wenn du auf dem Laufenden bleiben willst, folge uns auf Instagram (@socialbarcamprmk) oder schau regelmäßig hier auf socialcamp.info vorbei.

Danke an alle, die dabei waren. Danke an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben. Und: Wir sehen uns beim nächsten Mal.

#SocialCampRMK

Hier ein paar Impressionen des Tags

Rückblick: So war das erste Social Barcamp Rhein-Main-Kinzig

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